Im November werden die Tage kurz, und viele Eigentümer fragen sich, was ihre Photovoltaik-Anlage jetzt noch leistet. Für Mallorca lässt sich das konkret beantworten: Der staatliche Wetterdienst AEMET und der Ertragsrechner PVGIS der EU-Kommission liefern Monatswerte für die Insel. Beide zeigen: Der Winter ist Nebensaison, aber keine Pause.
KI-generierte Visualisierung
Sonnenstunden: der Insel-Winter in Zahlen
AEMET weist für Palma im langjährigen Mittel 2.756 Sonnenstunden pro Jahr aus. Verteilt auf die Monate: Der Dezember kommt auf rund 152 Sonnenstunden, der Januar auf 163, der Juli dagegen auf 342. Der dunkelste Monat hat also noch rund 44 Prozent der Sonne des hellsten. Dazu kommen milde Temperaturen mit Monatsmitteln zwischen 9,5 und 13,7 Grad von November bis Februar. Für Photovoltaik ist das ein Vorteil: Module arbeiten bei kühler Witterung effizienter als in der Sommerhitze; die Temperaturverluste, die PVGIS einrechnet, entstehen bei heißen Modulen, nicht im Winter.
Was ein Kilowatt im Dezember liefert: die Modellrechnung
PVGIS, der frei zugängliche Rechner der EU-Kommission, berechnet aus Satelliten-Strahlungsdaten den Ertrag eines Standardfalls. Für Palma, Südausrichtung, 35 Grad Neigung und übliche Systemverluste ergibt das je Kilowatt installierter Leistung:
- Juli: rund 162 Kilowattstunden
- Dezember: rund 97 Kilowattstunden, der schwächste Monat
- November bis Januar: zusammen rund 300 Kilowattstunden, etwa 19 Prozent des Jahresertrags
- Jahr: knapp 1.580 Kilowattstunden
Der Dezember liefert damit rund 60 Prozent des Juli-Werts, obwohl er nicht einmal halb so viele Sonnenstunden hat: Die geneigte Modulfläche fängt die flach stehende Wintersonne gut ein. Wichtig: Das sind Modellwerte für einen Standardfall. Was Ihre Anlage wirklich liefert, hängt vom Objekt und den örtlichen Gegebenheiten ab, vor allem von Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Verschmutzung der Module.
Verbrauch und Speicher im Winter
Im Winter verschiebt sich nicht nur die Erzeugung, sondern auch der Verbrauch. Wer mit einer Wärmepumpe oder mit reversiblen Klimageräten heizt, braucht Strom vor allem morgens und abends, also dann, wenn die Anlage wenig oder nichts liefert. Hier zeigt der Batteriespeicher seinen Wert: Er hebt den Mittagsertrag in die Abendstunden. Ein Saisonspeicher ist er nicht, Sommerstrom lässt sich nicht für den Dezember aufheben. Dazu kommt die spanische Tarifstruktur für Haushalte mit ihren drei Zeitfenstern: Nächte und Wochenenden liegen im regulierten Tarif im niedrigsten Preisfenster. Ein Energiemanagement, das Heizung, Speicher und Wallbox danach steuert, holt aus dem Winterertrag mehr heraus als die Module allein. Wie der Heizbetrieb mit der Klimaanlage funktioniert, lesen Sie im Beitrag Heizen mit der Klimaanlage auf Mallorca.
Winter-Checkliste für Ihre Photovoltaik-Anlage
- Erträge der letzten Monate mit dem Vorjahr vergleichen
- Module sichten: Laub, Staub, Vogelkot, neue Verschattung durch Bäume
- Wechselrichter auf Fehlermeldungen prüfen
- Lade- und Entladeverhalten des Speichers im Winter beobachten
- Heizung, Speicher und Wallbox auf die Tarif-Zeitfenster abstimmen
- Bei Leerstand: regelmäßig prüfen, ob die Anlage läuft
- Wartungstermin vor der nächsten Saison einplanen
Wir prüfen Ertrag und Technik
Wir prüfen Ertrag und Technik Ihrer Anlage, planen Speicher und die Einbindung der Heizung und unterstützen bei Förderanträgen; einen Überblick gibt die Leistungsseite Photovoltaik. Beschreiben Sie uns kurz Ihre Anlage und Ihre Fragen. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen zu Photovoltaik im Winter
Lohnt sich Photovoltaik auf Mallorca auch im Winter?
Ja. Nach der PVGIS-Modellrechnung liefert selbst der Dezember rund 60 Prozent des Juli-Ertrags. Die Anlage arbeitet das ganze Jahr, nur mit kleinerem Überschuss am Mittag und weniger Reserve für den Abend.
Liefert die Anlage auch bei bewölktem Himmel Strom?
Ja, weniger. Module nutzen auch das diffuse Licht eines bedeckten Himmels. Die PVGIS-Modellwerte beruhen auf Satellitendaten der Jahre 2005 bis 2020 und enthalten bewölkte Tage bereits.
Sollte ich die Module im Winter steiler stellen?
Bei fest montierten Dachanlagen ist das nicht vorgesehen. Die Modellrechnung mit 35 Grad zeigt, dass eine übliche Neigung die Wintersonne bereits gut nutzt. Ob sich auf einer Freifläche eine andere Neigung lohnt, prüfen wir bei der Planung.
Kann ich Sommerstrom für den Winter speichern?
Nein. Ein Batteriespeicher gleicht den Tag aus, nicht die Jahreszeit: Er verschiebt den Mittagsertrag in den Abend. Für den Winter zählen deshalb die Größe der Anlage, Ihr Verbrauchsprofil und die Steuerung der großen Verbraucher.